
Kaum ein Science Center liegt so abgelegen wie das Danfoss Universe auf der Insel Als im dänischen Jütland. Die nächste grössere Stadt, Sønderborg, ist 24 Kilometer entfernt, die Anbindung durch den öffentlichen Verkehr erfolgt einmal die Stunde nur über eine Busverbindung von Sønderborg, wer von weiter her anreist, muss ca. 20 Minuten vom Bahnhof zum Busbahnhof Sønderborg laufen. Das Danfoss Universe scheint diese Möglichkeit aber selber nicht wirklich ernst zu nehmen, denn auf den letzten 200 Metern zum Eingang kann sich ein Fussgänger nur auf dem Fahrradstreifen der Strasse bewegen, einen Fussweg gibt es nicht. Die Abgeschiedenheit und schlechte Anbindung sind wohl auch der Grund, warum seit 2005 erst 25′000 Schüler den Park besucht haben.
Die Abgeschiedenheit hat ihren Grund in der Entstehungsgeschichte. Der dänische Thermostatbauer Danfoss hat seinen Ursprung nahe von Nordborg. Hier begann Carl Madsen in den 1930er Jahren amerikanische Thermostatsysteme auseinander zu bauen und zu kopieren. Schliesslich wurden seine Produkte (Heizung, Kühlung und Klimaanlagen) weit über Dänemark hinaus bekannt. Das Wohnhaus von Madsen, nahe des Hauptsitzes der Firma, ist heute Teil des Danfoss Universe.
Madsen, dessen Leben und Arbeit in diesem firmeneigenen Sience Center natürlich auch gebührend mit Firmengeschichte und originaler Wohn- und Arbeitsstube geehrt wird, sammelte in einem Schuppen verschiedene Ausstellungsstücke, die man für Messen und Präsentationen gebaut hatte. Diese Sammlung bildete den Grundstein einer Ausstellung namens “Teknorama”. Nach dem Bau des grosszügigen Parks und der Pavillons im Jahr 2005 wurde es in Danfoss Universe umbenannt.
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| Name |
Danfoss Universe |
| Ort/Land |
Nordborg/Dänemark |
| Exponate |
Ca. 180 |
| Besucher/Jahr |
Ca. 160′000 |
| Fläche |
Ca. 3′000 m2 innen und 50′000 m2 aussen |
Angestellte
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K. A. |
| Budget/Jahr |
K. A. |
| Anmerkungen |
Ein zwar abgelegener aber riesiger abwechslungsreicher Park mit Experimentierstationen und Danfoss Museum |
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Danfoss Universe wurde vom Danfoss- Besitzer Jørgen Mads Clausen mit Mitteln der Bitten und Mads Clausen Stiftung gegründet. Clausens Frau Annette ist heute Vorstandsvorsitzende von Danfoss Universe, es ist also eine Art Familienunternehmen. Eine Danfoss Universe Stiftung hat sich um Ziel gesetzt, zukünftige Unterrichtsmaterialien für die Vermittlung naturwissenschaftlichen Wissens an den Schulen zu entwickeln. Sie arbeitet unabhängig vom Parkbetrieb.
Carl Madsen wollte junge Menschen für Technik begeistern. Da moderne Technik sich immer mehr in black boxes verbirgt, sollte sichtbar gemacht werden, was sich in den Maschinen abspielt. So werden denn auch Maschinen erklärt und im Anschnitt gezeigt. In den Experimentierpavillons selbst hält sich Danfoss aber wohltuend zurück mit der eigenen Produktpräsentation.
Danfoss Universe ist vor allem ein grosser vielfältig gestalteter Park, der sich auf einer Fläche von 6 Hektaren erstreckt. Im Park verteilt sind mehrere Pavillons und Häuser, die Experimentierstationen und Ausstellungen enthalten. Durch die grosse Fläche wirkt die Dichte der etwa 180 Exponate eher gering und sie sind von sehr unterschiedlicher Qualität. Der Wasserpark vereinigt auf engem Raum einige eindrückliche Experimente zu Wasserrädern, Pumpen, Hydraulik etc.
Im Thermolab-Pavillon hingegen wird ein ganzer Raum auf Minusgrade herunter gekühlt, um nicht mehr als eine Rutsche aus Eis anzubieten. Wie der grosse Sandkasten mit Baggern sind solche Bereiche eher Teil des “Vergnügungsparks” Danfoss Universe. Zum “Science Center” gehören Experimente wie die Barbie-Puppen, die in Öl, Wasser und Alkohol getaucht und mit einem Gebläse angeblasen werden, worauf sich ihre Temperatur durch die Verdunstungskälte unterschiedlich stark abkühlt oder der von Hand angetriebene Kühlschrank. Alle Stationen sind in Dänisch, Englisch und Deutsch angeschrieben.
Im als “Explorama” bezeichneten Haus hat es im Dachstuhl kleine Spielwerke, in denen man mit selbst ausgestanzten Notenblättern die verschiedenen Resonanzkörper zum Klingen bringen kann. Der grösste Resonanzkörper ist ein ganzer Baumstamm.
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Weitere Attraktionen, die gerade auch bei schönem Wetter viel Zuspruch finden, sind der Segway-Parcours, auf dem die Gäste nach einer kurzen Einführung in die Steuerung dieser “Steh-Mobile” ihre Runden drehen können, und die eisfreie Ganzjahres-Schlittschuhbahn, bei der man mit richtigen Schlittschuhen auf einer Bahn aus Polyethylen laufen kann. Die Oberfläche wird mit Propylenglykol befeuchtet und rutschfähig gemacht. Wenn auch nicht so rutschig wie richtiges Eis, so ist es doch ein eindrückliches Erlebnis, im Sommer übers Kunsteis zu gleiten.

Im Eingangsbereich kann der Besucher unter Anwendung des Hebelgesetzes einen ganzen Kombi anheben.
In einem See eingebettet liegt ein grosser blauer Kubus, an dessen Seitenwänden Wasser hinunterläuft (das bei Wind von den Wänden abgelöst wird und als Regen über die Besucher beim Betreten des Gebäudes niedergeht). Es handelt sich um den Pavillon Islands von der Expo 2000, den Danfoss nach der Expo übernommen hat. Im riesigen Gebäude findet man aber lediglich 5 Exponate zu Eis und Hochspannung und einen immerhin 18 Meter hohen Geysir.
2007 werden zwei vom Architekten Jürgen Mayer H entworfene Gebäude eingeweiht. Der grosse Bau mit dem wellenförmigen Dach trägt den Namen Cumulus und beherbergt die digitale Welt “Bitland” und die Lego-Werkstatt, man ist schliesslich in Dänemark. Für die Ausstellung “Bitland” loggt man sich mit der Eintrittskarte ein und macht ein Foto von sich. An allen anderen Stationen authentifiziert man sich darauf mit der Karte, die nicht nur automatisch die Sprache wählt, sondern mit der Punkte, Musik- und Video-Eigenproduktionen später abrufbar sind. An die Innenwände des Gebäudes werden die Fotos der neuen Besucher und Punktestände projiziert. Weitere Exponate sind Bluescreen-Spielereien, zwei riesige Mauskugeln, mit denen man Figuren steuert, Arbeitsstationen zum Erstellen von Stop-Motion Filmen oder zum Konzept der Programmierung von Computern und zu verschiedenen anderen digitalen Spielereien.
Dass die beiden grössten Gebäude des Parks zusammen gerade einmal ca. 25 Exponate beherbergen, mag wie eine Platzverschwendung erscheinen aber die Präsentation der Architektur und des Gartens ist eben ein Teil des Parkkonzeptes. Dass der Park im Winter allerdings weniger attraktiv ist. weiss auch Danfoss und hat den relativ hohen Sommer-Eintrittspreis von 21,50 € im Winter auf 12 € gesenkt.
Der zweite, kleinere Bau mit einem Wellendach dient einem sehr profanen Zweck, er wird als Schnellrestaurant genutzt, das in Einrichtung und Auswahl der Speisen eine Kopie vom McDonalds darstellt. Auf der Papierunterlage des Tabletts bemüht man sich zwar zu erläutern, dass die Danfoss Pommes Frites weniger Fett enthalten als übliche Pommes Frites, dass eine Kilokalorie ausreichen, um ein Liter Wasser um ein Grad zu erhitzen und dass Coca Cola eigentlich bei der Suche eines Apothekers nach einem Schmerzmittel entstanden sei. Aber am Ende sind es halt nur typische Fast-Food Menüs.
Äussere architektonische Form und der vermittelte Anspruch haben da leider nicht viel mit dem Inhalt zu tun.
Danfoss Universe bietet mit seiner grosszügigen Parklandschaft, der Ganzjahres-Schlittschuhbahn, dem Segway-Parcours und dem Firmenmuseum ein kurzweiliges und lehrreiches Ausflugsziel, das besonders bei gutem Wetter empfehlenswert ist. Wer es kompakter mag, eine bessere Anbindung mit dem öffentlichen Verkehr und mehr Science Center und weniger Park sucht, wird im nur 30 Kilometer entfernten Flensburg in der Phänomenta fündig.
Danfoss Universe
Kategorien: Science Center
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