Archiv für die 'Veranstaltungen' Kategorie

Nacht des Wissens Hamburg

Publiziert von admin am 6. August 2009

Am Samstag, dem 7. November 2009, findet in Hamburg die 3. Nacht des Wissens statt. Fast 60 Hochschulen, Forschungsinstitute und andere wissenschaftliche Einrichtungen öffnen von 17.00 bis 24.00 Uhr ihre sonst für die Öffentlichkeit meist geschlossenen Türen und machen Wissenschaft zum Anfassen und Mitmachen erlebbar. In diesem Jahr sind erstmals alle Veranstaltungen für die Besucher kostenfrei.

Das vollständige Programm geht auf www.nachtdeswissens.de ab Ende September online.

Dies ist ein Linkvorschlag von Martina Hartmann.

Die “magische Welle“ im Technorama

Publiziert von admin am 4. Dezember 2008

Der kalifornische Künstler Reuben Margolin hat mit dem Swiss Science Center eines der komplexesten kinetischen Kunstwerke der Welt geschaffen. 50′000 Einzelteile der faszinierenden Mechanik erwecken die “Magic Wave” zu Leben.

Reuben Margolin, spezialisiert auf mechanische Wellenskulpturen, hat mit der “Magic Wave” sein bisher grösstes und komplexestes Werk realisiert. Durch einen genialen Antriebsmechanismus wird ein im Raum schwebendes Netz aus 450 Aluminiumrohren in einen bewegten Wellenteppich verwandelt.  

Die 256 Knotenpunkte des Netzes sind an fast unsichtbaren Drähten aufgehängt, die von der Mechanik des Antriebs auf und ab bewegt werden. Wie ein riesiger mechanischer Marionettenspieler schwebt der Antrieb über der Welle, die mit der Präzision und Eleganz ihrer Bewegung den Betrachter in ihren Bann schlägt. 

Als Exponat im Science Center spricht dieses Kunstwerk nicht nur die Sinne an, sondern erlaubt auch Einsichten in die Natur von Wellen. Der fünf mal fünf Meter grosse Wellenteppich veranschaulicht auf beeindruckende Weise drei Charakteristika einer Wellenbewegung: Wellenlänge, Wellenhöhe und Frequenz. Und zeigt darüber hinaus auch noch eindrücklich, was passiert, wenn sich mehrere Wellen überlagern. 

Die fast geräuschlose Bewegung der Aluminiumrohre fasziniert mit ihrer verblüffend natürlich wirkenden Wellensimulation.  

Nicht nur die Welle verzaubert den Betrachter, auch ihr Antrieb ist ein mechanisches Kunstwerk. Vier Kreisbewegungen werden über ein System beweglicher Stangen, Drähte und Umlenkrollen in sinusförmige Wellenbewegungen umgesetzt.  Durch Veränderungen der Drehgeschwindigkeit der vier Antriebsmotoren und die Verschiebung des Drehpunktes werden die Schwingungsweite, die Frequenz und die Wellenlänge der Magic Wave beeinflusst.  

Die vier Wellenbewegungen überlagern sich dabei und so lassen sich nahezu unendlich viele verschiedene Wellenmuster erzeugen. Grosse gleichmässige Wellen verwandeln sich in ein Oberflächenmuster, das an ein aufgewühltes Meer erinnert. 

Ein kinetisches Kunstwerk der Superlative - die Magic Wave in Zahlen: 

  • über 50′000 Einzelteile,  
  • über 3′000 Seilrollen,  
  • 450 Aluminiumrohre,  
  • 4,5 Kilometer Draht 
  • 1,8 Kilometer Alu-Profile
Interview mit Reuben Margolin:

Chris Jordan, ein US-Fotograf mit gesellschaftskritischem Blick durch die Kamera, hat für seine neue Ausstellung “Running the Numbers: An American Self-Portrait” Statistiken über den American Way of Life in überdimensionierte Bilder gesetzt. Da werden die eine Million Plastikbecher, die auf den Flügen in den USA innerhalb von sechs Stunden verbraucht werden, zu einem modernen Kunstwerk. Oder 32.000 Barbie-Puppen formen das Bild einer weiblichen Brust stellvertretend für die gleiche Anzahl von Brustvergrösserungen, die in den USA jeden Monat durchgeführt werden.

Chris Jordan, Plastic Cups 2008

Plastic Cups, 2008: “Depicts one million plastic cups, the number used on airline flights in the US every six hours.”

Chris Jordan Cans Seurat, 2007Cans Seurat, 2007: “Depicts 106,000 aluminum cans, the number used in the US every thirty seconds.”

Die riesigen aus Zehntausenden Fotos bestehenden Bilder machen die unermesslichen Grösse statistischer Zahlen und die dahinter stehenden oftmals beklemmenden Geschichten über Verschwendung, Schönheitswahn, Süchte, Mobilität, Medikamentenmissbrauch und andere Merkwürdigkeiten unserer Zeit bildlich erfahrbar.

Einziger Nachteil dieser Art der Visualisierung: Das Bemerkenswerte, Unglaubliche der illustrierten Aussagen erschliesst sich erst in Kenntnis der verwendeten Einheiten. Denn 100′000 Objekte zu sehen ist das eine. Erst mit dem Wissen, dass diese Objekte in nur wenigen Minuten von einer Nation “verbraucht” werden, fügt die Einheit hinzu, macht die Dimensionen deutlich und im besten Fall auch nachdenklich. Liesse sich die zeitliche Dimension in einer Echtzeit-Animation (”Was JETZT passiert”) oder einer Vereinheitlichung der betrachteten Zeitdauer (”Wie der Mensch während einer Stunde die Welt verändert”) eventuell besser verdeutlichen?

Die bisher sehr auf die USA fokussierten Themen werden bald um weitere Fotos zu globalen Themen ergänzt. Auch wenn Jordan nur Statistiken visualisiert, die Auswahl seiner Themen ist subjektiv und soll die Zuschauer für bestimmte Probleme sensibilisieren. Jordans Argumentation lautet: Die globalisierte Welt ist so komplex geworden und wird durch so enorm grosse Zahlen beschrieben, dass sie Ihre Anschaulichkeit verloren hat. Seine Bilder wollen diese Anschaulichkeit wieder zurückbringen. Es würde die Ausstellung noch ausgewogener und dem Besucher Mut machen, wenn Chris Jordan auch einige positive Statistiken visualisieren würde.

Chris Jordan stellte seine Bilder und seine Motivation für diese Arbeit in einer Präsentation an der TED Konferenz vor.

Chris Jordan Website

 

via Ehrensenf

Cheltenham Science Festival 2008

Publiziert von admin am 21. Juni 2008

Cheltenham Town Hall während des Science FestivalsCheltenham im Westen Grossbritanniens am Fusse der englischen Postkarten-Idylle der Cotswolds hat sich zu der britischen Festival-Stadt entwickelt. Neben den Musik- und Literaturfestivals hat sich seit seit 2002 auch das Science Festival hinzugesellt und ist bereits heute eines der grössten und angesehensten Festivals dieser Art.

Dieses Jahr besuchten mehr als 19′000 Besucher zwischen dem 4. und 8. Juni die über 120 Veranstaltungen in der Town Hall und in den Zelten auf dem Millenium Square. Die Namen der Redner und Präsentatoren lasen sich wie das Who is Who der britischen Wissenschaftsszene und der BBC Dokumentationen. Nur eine Auswahl:

  • Richard Dawkins (Evolutionsbiologe, Autor von “The Selfish Gene”, “The Blind Watchmaker”, “The God Delusion”)
  • Robert Winston (Fortpflanzungsmediziner, Buchautur und BBC Präsentator von zahlreichen Dokumentationen über die Biologie des Menschen)
  • Ben Goldacre (Mediziner und Autor der “The Guardian” Kolumne Bad Science)
  • Martin Rees (Astrophysiker, Präsident der Royal Society)
  • Steven Pinker (Psychologe, Autor von “The Language Instinct”, “How the Mind Works”, “The Stuff of Thought”)

Die Veranstaltungen waren eine gelungene Mischung aus Vortrag und Diskussion mit dem Publikum, das Gelegenheit erhielt, seine Fragen an die Wissenschafter zu richten. Besonders bei persönlicher Betroffenheit, wenn es um Krankheiten, Vererbung oder Erziehung ging, wurde von dieser Möglichkeit rege Gebrauch gemacht. Die Moderatoren haben grossartige Arbeit geleistet bei der Leitung der Diskussionen. Nach den Vorträgen standen die meisten Redner auch ausserhalb des Saals noch für Fragen zur Verfügugung. 

Die Vorträge haben nicht nur den wissenschaftlichen Mainstream wieder gegeben, sondern auch Raum gelassen für kontroverse Themen. 

Im “Experitent” wurde Experimente und Präsentationen mit Versuchen durchgeführt, auf dem Freigelände gab es zahlreiche Veranstaltungen für Kinder und Familien und ein auf dem Festivalgelände aufgebauter Buchladen füllte die Regale mit beeindruckend langen Reihen von Büchern der am Festival teilnehmenden Autoren.

Das Science Festival war 2007 auch Austragungsort des FameLab Finales, dem Studenten-Wettbewerb um den besten Wissenschafts-Vermittler. Und in der Haupthalle der Town Hall luden zahlreiche Stände verschiedenster Organisationen mit Experimenten aller Art zum eigenen Erforschen und Ausprobieren.

Undeniably and undoubtedly the best science festival in this country, and one that only gets better

Lord Robert Winston

Die beiden Festivaldirektoren Kathy Sykes (Professorin für Public Engagement in Science and Engineering an der Universität Bristol) und Mark Lythgoe (Direktor des Centre for Advanced Biomedical Imaging am University College London) und ihr Team haben ein beeindruckendes Wissenschaftsfestival erfolgreich auf die Beine gestellt. Es war faszinierend zu sehen, wie begeistert die Besucher von diesem Angebot Gebrauch machten, obwohl sie für jede einzelne Veranstaltung zwischen 4 und 8 £ Eintritt zahlen mussten.

Cheltenham Science Festival

Famelab - Talente für die Wissenschaftskommunikation

Publiziert von admin am 17. Juni 2008

“Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“ 

Ludwig Wittgenstein

Wissenschaft einem nicht-wissenschaftlichen Publikum nahe zu bringen, ist eine Fähigkeit, die leider in den Lehrzielen vieler Universitäten fehlt. Viel zu schnell unterhält sich der Spezialist mit seinem Fachchinesisch nur noch mit den wenigen anderen Spezialisten, die dieser Sprache mächtig sind. Dabei sollte ein Wissenschafter seine oder ihre Arbeit auch allgemeinverständlich einem breiten Publikum präsentieren können,

  • um der Bevölkerung eine überzeugende Erklärung für die Verwendung ihrer Steuergelder zu geben,
  • um die Relevanz der Forschung für die Gesellschaft aufzuzeigen,
  • um die Gesellschaft in die wissenschaftliche Diskussion zu involvieren, da sie letztlich über die Akzeptanz neuer Technologien entscheidet,
  • und um in der Auseinandersetzung mit dem Publikum und seinen Fragen den eigenen Horizont zu erweitern.

Schon der Versuch, die eigenen Arbeiten allgemeinverständlich aufzubereiten, zwingt einen zum Gebrauch eines anderen Vokabulars und einer Veranschaulichung der Forschung, die die Erfahrungen des Publikums berücksichtigt.  Wie der Philosoph Wittgenstein bemerkte, sind die Grenzen unserer Sprache die Grenzen unserer Welt. 

Der vom British Council durchgeführte FameLab Wettbewerb sucht Wissenschafter, die diese Grenzen überwinden wollen, um allen Menschen Wissenschaft nahe zu bringen. Die Teilnehmer des Wettbewerbs erhalten ein Wochenendtraining, um ihre Vortragstechnik und Bühnenpräsenz zu verbessern. (more…)

When I get older … Alterssimulation

Publiziert von admin am 30. Mai 2008

Die verschiedenen Altersstufen der Menschen halten einander für verschiedene Rassen. Alte haben gewöhnlich vergessen, dass sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, dass sie alt sind, und Junge begreifen nie, dass sie alt werden können.

Kurt Tucholsky

Um zumindest den Jungen einen Eindruck vom Altwerden zu vermitteln, rüsteten die Universität Bremen und die Arbeiterwohlfahrt Bremerhaven die jungen Besucher des Ideenparks 2008 mit allerlei Simulationsmitteln wie Bandagen, Bleiwesten und Bleiarmbändern, Halskrausen, Sichtschutzblenden, Lärmschützern und Handschuhen aus. So auf eine Zeitreise geschickt, wurden die Altersgebrechen auch für junge Menschen erfahrbar und das Verständnis für die Probleme des Alltags alter Menschen grösser. Gleichzeitig wurden Hilfsmittel gezeigt, mit denen man den Alltag vereinfachen kann.

 

 

Video vom Stand ” Wie ist es, wenn man älter wird?”