Archiv für die 'Robotertechnik' Kategorie

Roboter halten das Gleichgewicht

Publiziert von admin am 24. Oktober 2008

Computer und Roboter, die Informationen aus ihrer Umwelt in Echtzeit verarbeiten und darauf reagieren können, schlagen den Menschen noch nicht in Aufgaben, für deren Lösung es Intuition oder Führungserfahrung braucht, sind uns aber in beeindruckender Weise überlegen, wenn es darum geht, Systeme im Gleichgewicht zu halten.

Dieses umgekehrte Pendel wird von einer Steuerung ins Gleichgewicht gebracht, die an der Scuola Universitaria Professionale della Svizzera Italiana in Lugano entwickelt wurde.

Und diese Platte, die eine Stahlkugel mit erstaunlicher Präzision und Geschwindigkeit ausbalanciert, wurde von dem RETIS Lab an dert Scuola Superiore Sant’Anna in Pisa konstruiert. Zwei Servomotoren bewegen die Platte und ein Touchscreen erkennt die Position der Kugel.

The robotic chair

Publiziert von admin am 18. Oktober 2008

Prof. Raffaello D’Andrea ist Professor im Department Maschinenbau und Verfahrentechnik an der ETH Zürich. Zuvor hatte er sein RoboCup Roboter-Fussball Team an der Cornell University viermal zum Weltmeistertitel geführt und komplexe Warenhaus-Systeme mit unzähligen mobilen Robotern aufgebaut. Zu seiner Leidenschaft gehören auch dynamische Skulpturen, Roboter für die Kunst.

Zusammen mit dem kanadischen Künstler Max Dean ist dieser Stuhl entstanden, der sich selbst zusammenbaut:

 

via robotspodcast.com

RepRap Project

Publiziert von admin am 27. August 2008

3D Drucker sind ideale Werkzeuge für den schnellen Bau von Prototypen oder von Modellen in Architektur oder Medizin. Die bisherigen Geräte sind aber für den privaten Gebrauch kaum zu finanzieren. Ein internationales Open Source Projekt bietet nun nicht nur die Anleitung für einen 3D Drucker, dessen Materialkosten sich lediglich auf etwa 500$ belaufen, sondern auch das Konzept eines Druckers, der in der Lage, sich selbst zu replizieren. Der Projektname ist RepRap und steht für ”Replicating Rapid-prototyper”.

RepRap

Eine komplette Kopie ist es zwar nicht, etwa 60 % der Teile werden aus einem Polymilchsäure-Kabel geschmolzen und neu gedruckt, aber den Rest der Teile kann man preisgünstig im Fachhandel erwerben. Zukünftige Versionen des Projekts sollen auch in der Lage sein, ihre eigenen elektrischen Schaltungen zu replizieren.

Eine Galerie mit “reprapped” Gegenständen (die auf dem RepRap produziert wurden) zeigt, dass die Maschine nicht nur sich selbst replizieren kann. Für dieses Paar Kinderschuhe hat das Gerät allerdings einen Tag gebraucht.

RepRap Kinderschuhe

RepRap Projektseite

Der Roboter hält den Kasten sauber

Publiziert von admin am 27. Mai 2008

Wenn Ingenieure und Techniker in der Fussballnation Deutschland heute nach einem Projekt suchen, mit dem sich ihre tägliche Arbeit von Automatisierungs- und Robotertechnik über schnelle Daten- und Bildverarbeitung zur Softwareentwicklung publikumswirksam präsentieren lässt, ist es nicht verwunderlich, wenn dabei ein Oliver-Kahn-Roboter herauskommt. Zur Zeit touren gleich zwei Torwart-Roboter durch Deutschland und heizen den Ehrgeiz von Amateur- und Profifussballern an, im Wettstreit Mensch-Maschine die Ehre unserer Spezies zu retten - oft vergeblich.

Bereits im letzten Jahr stellte das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML ihren Robokeeper vor, der in einem verkleinerten Tor in der Mitte an einer Antriebseinheit mit Getriebe fixiert ist, die ihm eine 180 Grad Drehbewegung erlaubt.

Beim Ideenpark 2008 in Stuttgart stellte das Institut für Automatisierungs- und Softwaretechnik nun erstmals ihr Projekt GOALIAS vor, bei dem der Torwartroboter die ganze Torbreite von 7,32 m abdecken muss. Nach dem Abschuss bleiben dem System nur 400 ms, um die mit dem GOALIAS Torwart bedruckte Platte auf den beiden Führungsschienen korrekt zu positionieren. Damit dies gelingt, braucht es:

  • eine Hochgeschwindigkeitskamera mit einer Auflösung von 782 x 582 Pixeln,
  • eine Bildaufnahmefrequenz von 55 Frames pro Sekunde,
  • drei Kameras, aus deren Bildern die Position des Balles im Raum berechnet wird,
  • einen leistungsstarker Motor, der GOALIAS mit achtfacher Erdbeschleunigung auf 55 km/h Spitzengeschwindigkeit bringt,
  • einen Vorhang von Lichtschranken, der das Gerät stoppt, wenn sich etwas nähert, das grösser ist als ein Fussball,
  • und eine Torwart-Figur, die auch Treffer von über 100 km/h schnellen Bällen ohne Blessuren übersteht.

Bisher hält GOALIAS über 90% der Bälle. Zum Vergleich: Ein normales PC-Schachprogramm schlägt 99,9% der Weltbevölkerung mühelos. Doch hoffen wir, dass die Entwickler ihre mechanischen Torhüter nicht zu sehr perfektionieren, denn ohne die Möglichkeit eines Siegs wird der Wettkampf gegen die Maschine schnell ihren Reiz verlieren.

Impressionen vom ersten grossen Einsatz von GOALIAS im Ideenpark 2008 in Stuttgart.

P.S.: An der ETH Zürich arbeiten Studenten an der Ballschussmaschine “Bender”, die die Bälle nicht nur ins Tor feuert, sondern ihnen auch noch einen Drall und damit eine gebogene Flugbahn verleiht. Vielleicht wird es bald ein Fussball-Wettkampf der Roboter geben? Erste Impressionen des “Bend it” Projekts hat es auf der ETH Seite.