Chris Jordan, ein US-Fotograf mit gesellschaftskritischem Blick durch die Kamera, hat für seine neue Ausstellung “Running the Numbers: An American Self-Portrait” Statistiken über den American Way of Life in überdimensionierte Bilder gesetzt. Da werden die eine Million Plastikbecher, die auf den Flügen in den USA innerhalb von sechs Stunden verbraucht werden, zu einem modernen Kunstwerk. Oder 32.000 Barbie-Puppen formen das Bild einer weiblichen Brust stellvertretend für die gleiche Anzahl von Brustvergrösserungen, die in den USA jeden Monat durchgeführt werden.
Plastic Cups, 2008: “Depicts one million plastic cups, the number used on airline flights in the US every six hours.”
Cans Seurat, 2007: “Depicts 106,000 aluminum cans, the number used in the US every thirty seconds.”
Die riesigen aus Zehntausenden Fotos bestehenden Bilder machen die unermesslichen Grösse statistischer Zahlen und die dahinter stehenden oftmals beklemmenden Geschichten über Verschwendung, Schönheitswahn, Süchte, Mobilität, Medikamentenmissbrauch und andere Merkwürdigkeiten unserer Zeit bildlich erfahrbar.
Einziger Nachteil dieser Art der Visualisierung: Das Bemerkenswerte, Unglaubliche der illustrierten Aussagen erschliesst sich erst in Kenntnis der verwendeten Einheiten. Denn 100′000 Objekte zu sehen ist das eine. Erst mit dem Wissen, dass diese Objekte in nur wenigen Minuten von einer Nation “verbraucht” werden, fügt die Einheit hinzu, macht die Dimensionen deutlich und im besten Fall auch nachdenklich. Liesse sich die zeitliche Dimension in einer Echtzeit-Animation (”Was JETZT passiert”) oder einer Vereinheitlichung der betrachteten Zeitdauer (”Wie der Mensch während einer Stunde die Welt verändert”) eventuell besser verdeutlichen?
Die bisher sehr auf die USA fokussierten Themen werden bald um weitere Fotos zu globalen Themen ergänzt. Auch wenn Jordan nur Statistiken visualisiert, die Auswahl seiner Themen ist subjektiv und soll die Zuschauer für bestimmte Probleme sensibilisieren. Jordans Argumentation lautet: Die globalisierte Welt ist so komplex geworden und wird durch so enorm grosse Zahlen beschrieben, dass sie Ihre Anschaulichkeit verloren hat. Seine Bilder wollen diese Anschaulichkeit wieder zurückbringen. Es würde die Ausstellung noch ausgewogener und dem Besucher Mut machen, wenn Chris Jordan auch einige positive Statistiken visualisieren würde.
Chris Jordan stellte seine Bilder und seine Motivation für diese Arbeit in einer Präsentation an der TED Konferenz vor.
via Ehrensenf



Die auf 70 mm-Film aufgenommenen Aufnahmen bieten ein Filmerlebnis mit unerreichter Auflösung und Bildqualität und die schiere Grösse der Leinwand, die mehr zeigt, als das Blickfeld eines Menschen erfassen könnte, machen aus dem Kino-Besuch ein aussergewöhnliches Erlebnis - das ist IMAX Kino.