Archiv für die 'Präsentationstechnik' Kategorie

BBC und National Geographic - zwei Dokumentationsstile

Publiziert von admin am 16. Februar 2009

Unsere Biologielehrer haben uns bei der Beschreibung der Natur immer vor einer anthropomorphen Sprache gewarnt. Nicht von scheinbaren Grausamkeiten oder altruistischem Verhalten bei Tieren zu sprechen fiel aber gar nicht so leicht. Filme wie “Die lustige Welt der Tiere” waren auch viel amüsanter als die trocken-sachlichen Schulfilme und viele Märchen und Kinderbücher leben von Anthropomorphismen- der Vermenschlichung ihrer Akteure. Ausserdem haben auch Verhaltensforscher wie Konrad Lorenz und Jane Goodall zur Vermenschlichung gegriffen, wenn es um die Beschreibung von Gefühlen bei Tieren ging.

Aber manchmal geht es auch ein bisschen zu weit wie dieser Vergleich zweier inhaltlich gleicher Geschichten zeigt. Einmal in Grossbritannien von der BBC und einmal in den USA von National Geographic erzählt. Sätze wie ”The jumping spider packs a ton of skulking pouncing killing fire-power in its tiny body…How’d you like to stare into these eyes, with your life on the line? Ha! Yikes!” tönen für unsere Ohren in einem Dokumentarfilm doch eher ungewöhnlich.

Die Geschichte einer Spinne, die eine Biene fängt, erzählt von Richard Attenborough von der BBC: 

Und eine fast identische Geschichte von National Geographic für das US-Publikum erzählt:

Eine gute Analyse der Texte und des Stils findet sich in dieser Quelle

via haha.nu

CERN-Rap: Die Suche nach Antimaterie und Higgs-Teilchen

Publiziert von admin am 3. August 2008

Der Large Hadron Collider (LHC) des CERN steht kurz vor der Fertigstellung und soll einige der drängenden Fragen der Physik klären, vor allem den Nachweis von Schwarzer Materie und des bisher nur theoretisch vorausgesagten Higgs-Bosons erbringen.

Während die Öffentlichkeit angesichts der kaum nachvollziehbaren Erklärungen zu multidimensionalen Räumen, Antimaterie und einem scheinbar immer grösser werdenden Teilchenzoo meistens mehr über die enormen Kosten als den Wissenszuwachs staunte, haben die Klagen gegen die Inbetriebnahme des LHC wegen der vermeintlichen Gefahr der Erzeugung eines die Welt verschlingenden Schwarzen Loches eine ungewollte Aufmerksamkeit bekommen. Die Befürchtungen wurden aber inzwischen mehrfach widerlegt und das CERN bemüht sich um sachliche Informationen. 

Und Katherine McAlpine vom CERN ist es gelungen, den LHC und die Physik dahinter in einer Rap-Version an Original-Schauplätzen mit “Original”-Physikern in einfacher und unterhaltsamer Weise zu erklären. Der dreiminütige Sprechgesang liefert eine verblüffende Menge von Details und einfachen Erklärungen, warum man nach der fehlenden Masse sucht und wie man sie hofft zu finden.


CERN Rap from Will Barras 

Beeindruckende Ansichten der neuen Anlagen bieten die Virtual Reality Panorama Aufnahmen von Peter McCready, die nicht nur die enormen Dimensionen der Geräte anschaulich machen, sondern auch die Geräuschkulisse während der Aufnahme eingefangen haben. Ansichten vom Bau des CMS Detektors zeigen den riesigen Zugangsschacht, Blick auf den ATLAS Detektor und viele weitere Bilder.
 

via New Scientest Short Sharp Science

Kinetische Skulptur für 3D Bilder

Publiziert von admin am 1. August 2008

Die Designer von ART+COM haben bei der Gestaltung des im Juni eröffneten BMW Museums u.a. eine kinetische Skulptur für das “Haus der Gestaltung” gebaut, die mit Hilfe von 714 an hauchdünnen Fäden aufgehängten Metallkugeln dreidimensionale Bilder im Raum erzeugen kann. Durch die gezielte und aufeinander abgestimmte Auf- und Ab-Bewegung der einzelnen Kugeln, die zu Reihen in mehreren Ebenen hintereinander angeordnet sind, lassen sich Flächen und Wellen aber auch Umrisse und Hüllen, in diesem Fall meist von Automobilen, simulieren.

Ein Version mit besserer Auflösung (Quicktime, 50 MB).

 

via Frogblog (via glozzer.tv)

Fogscreen - Nebel als Projektionsfläche

Publiziert von admin am 29. Juli 2008

Die Idee, Bilder auf eine Wand aus Nebel, Rauch oder Dampf zu projizieren, ist schon über 100 Jahre alt, war aber bis vor ein paar Jahren nicht praktikabel einsetzbar, weil man keinen Nebel produzieren konnte, der stabil genug war, um ein scharfes Bild zu zeigen. Vor allem durch die Arbeiten von Kataoke & Kasahara und das Team von Ismo Rakkolainen gibt es inzwischen Geräte, die einen durch Ultraschall erzeugten Nebelschleier zwischen zwei Vorhängen aus strömender Luft einschliessen und dadurch eine relativ laminare Strömung des Nebels erzeugen, die für die Projektion notwendig ist.

Die finnische Firma Fogscreen hat ein solches entwickelt und vermietet oder verkauft zwei unterschiedlich grosse Versionen, wobei mehrere Geräte der kleinen Variante zu beliebig grossen Nebelvorhängen zusammengefügt werden kann. Am Firmensitz in Helsinki konnte ich den Fogscreen in Aktion erleben.

Exemplare des Fogscreen befinden sich auch im Phäno in Wolfsburg und im  Tom Tits Experimentiercenter in Södertälje, Schweden. Dort war der Fogscreen während eines Besuchs im Sommer 2008 leider nicht betriebsbereit, weil es nur zwei Monate nach der Eröffnung zu einem Brand in dem Gerät kam und man gerade auf Ersatzteile wartete. Allerdings werden auf die Geräte laut Auskunft von Fogscreen fünf Jahre Garantie gegeben.

Der grosse Fogscreen “Inia” mit etwa 2 Metern Breite kostet knapp 60′000 € und versprüht zwischen 5 und 10 Litern Wasser pro Stunde, im täglichen Betrieb ist der Fogscreen also auch ein grosser Luftbefeuchter und das kann für den Dauereinsatz in geschlossenen Räumen ein Problem sein. Im Tom Tits Experiment wurde am Boden unter dem Fogscreen eine Auffangwanne mit Metallgitter installiert. Mit einer ganzen Palette von Gebläsen und dem Nebelerzeuger ist der Fogscreen mit mehr als 2 kWh Stromverbrauch sicherlich einer der grossen Verbraucher in einer Ausstellung. Mit einer Erweiterung lässt sich der Fogscreen auch als interactiver Touchscreen verwenden.

Chad Dyner und sein Heliodisplay sollen eine stark verbesserte Version eines Nebelschirms darstellen, die lediglich die  vorhandene Luftfeuchtigkeit nutzt, um den Nebel zu erzeugen, also keine Feuchtigkeit hinzufügt. Die Wasserpartikel sind so klein und die Schichtdicke ist so dünn, dass der Nebel selbst fast unsichtbar ist und die projizierten Bilder zudem eine noch bessere Bildqualität haben sollen. Den Heliodisplay gibt es in drei Grössen (30, 50 und 100 Zoll) und kostet in der 50 Zoll Version ca. 46′000 CHF. Die kleine Version ist auch als “Touchscreen” erhältlich. Auf der Website gibt es Beispielvideos und Bilder des Heliodisplays.

Fogscreen

Heliodisplay

Begehbare Wasserglocken

Publiziert von admin am 15. Juli 2008

Stösst ein gleichmässig fliessender Wasserstrahl auf eine ebene horizontale Platte, bildet sich eine Wasserglocke, deren Form von der Fliessgeschwindigkeit des Wassers abhängt. Als kleine Version kann man eine solche Wasserglocke z.B. im Technorama Winterthur erzeugen und manipulieren.

Wasserglocke Technorama

Die japanische Künstlerin Yuki Sugihara hat 1999 begonnen, solche Wasserglocken als über drei Meter hohe Wasserkuppel-Installationen mit einem Durchmesser von 6 Metern zu produzieren. Diese Wasserkuppeln sind begehbar und erlauben einen Blick von innen auf die Wasserwände der Kuppel. Die dünne Wasserhülle kann dabei als Projektionsfläche für Bilder, Formen und Farben genutzt werden.

Waterdome

Mit Mietkosten von 10 Millionen Yen pro Woche (ca. 95′000 CHF) ist dieses Erlebnis allerdings recht kostspielig und nur mit Sponsoren möglich. Eine kleine Variante einer “begehbaren” Wasserglocke wird von der Künstlerin ebenfalls angeboten. Das ringförmigen Becken und die Wasserglockendüse sind auf einem Dreibein montiert und der Besucher kann seinen Kopf von unten durch das Ringbecken in die Wasserglocke stecken.

via digitalexperience.dk

Water Dome Project

Medizinische Animationen in Hochglanz

Publiziert von admin am 2. Juli 2008

Die XVIVO Studios mit ihrer beeindruckenden Animation “The Inner Life of the Cell” sind nicht die einzigen, die professionelle und wissenschaftlich korrekte Animationen von Zellen und Organen im Angebot haben. Auch die Firma Hybrid bietet faszinierende Kamerafahrten in das Innere des Körpers, bisher vor allem Produktpräsentationen für Kunden aus Pharmazie und Medizintechnik, und ist damit direkter Konkurrent von XVIVO.

Hybrid-Illustration mit Golgi-Apparat und Zellkern

Die Animationen von Hybrid wirken manchmal noch etwas leuchtender, glänzender und das Rendering der Objekte nutzt mehr Reflexionen von den imaginären Batterien von Scheinwerfern, die sie in  den Zellen zu platzieren scheinen. Aber das Ergebnis ist ebenfalls beeindruckend und ihre Website zeigt eine faszinierende Werkschau von Beispielfilmen.

Demo Reel Hybrid