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Imaginary 2008 - Mathematik als Blickfang

Publiziert von admin am 26. Mai 2008

In Deutschland hat das BMFT das diesjährige Wissenschaftsjahr der Mathematik gewidmet und das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach (MFO) steuert eine Wanderausstellung bei, die abstrakte Mathematik in interaktive Kunst verwandelt und dem Besucher einen ästhetischen und spielerischen Zugang zur Welt der Zahlen verschafft. Zu sehen war die Ausstellung auch auf dem Ideenpark in Stuttgart. 

Lösungsmenge ZitrusKern der Ausstellung Imaginary 2008 sind die Bilder von algebraischen Flächen, die die Visualisierung der Lösungsmengen polynomialer Gleichungen darstellen – normalerweise hätte man nach dieser Einführung die meisten Zuschauer bereits verloren, wären da nicht die beeindruckenden farbigen Bilder dieser Lösungsmengen, denen man mit Hilfe von 3D Rendering Software Farbe und räumliche Tiefe verliehen hat. Die Ausstellungsmacher haben den Bildern passende Namen verliehen. So erhielt die gelb-grün eingefärbte Lösungsmenge der Gleichung x^2+z^2=y^3(1-y)^3 den passenden Namen “Zitrus”.

Die Besucher können solche algebraischen Flächen auch gleich selbst an einer interaktiven Tafel kreieren. Die Projektion erfolgt über einen Projektor, der über einer berührungsempfindlichen Tafel befestigt ist (Smart Board von Smart Technologies). Auf der Tafel können die Formeln mit einem einfachen Tipp mit dem Finger zusammengestellt oder verändert werden und die dreidimensionalen Lösungsmengen lassen sich im Raum drehen oder heranzoomen. Der angeschlossene Drucker erlaubt dem Besucher dann, seine persönliche Gleichung und das Bild dazu als Erinnerung auszudrucken. In einer Vitrine werden die von einem 3D Drucker angefertigten Modelle dieser Visualisierungen ausgestellt.

Die eigens für diese Darstellung entwickelte Software “Surfer” steht auf der Homepage des Projekts kostenlos zum Download zur Verfügung. Das Magazin “Spektrum der Wissenschaft” hat einen Wettbewerb um die schönsten Kreationen mit “Surfer” ausgeschrieben. Die Galerie enthält einige hundert Kreationen.

Eine weitere interaktive Tafel erlaubt das intuitive Zeichnen von symmetrischen Mustern, bei der die Striche unmittelbar in anderen Bereichen der Tafel vervielfacht und entsprechend der verschiedenen verwendeten Drehzentren und Spiegelachsen anders angeordnet werden. Mit nur wenigen Strichen entstehen so komplexe symmetrische Gemälde, was vor allem die jungen “Künstler” erstaunt.  

Schliesslich kann man mathematische Objekte mit Hilfe eines Space Navigators in einem dreidimensionalen fiktiven Raum erkunden.

Alle verwendeten Programme stehen auf der Homepage zur Verfügung oder laufen als Web Applikation und verleiten zu langem staunenden Spielen.

Imaginary 2008