Archiv für die 'Exponate' Kategorie

Arthur Ganson - Meister der poetischen Mechanik

Publiziert von admin am 12. Februar 2009

Seine Maschinen wirken auf den ersten Blick wie Basteleien aus altem Draht, kaum setzen sie sich in Bewegung, verblüffen sie aber durch erstaunliche Präzision und fast schon poetische Bewegungen. Arthur Ganson hat eine eigene Formsprache entwickelt und seine Werke sind weltweit in Science Centern und Museen zu sehen. 

Arthur Ganson hat 2004 an der TED Konferenz einen faszinierenden Einblick in seine Arbeit gegeben:

Der tanzende Stuhl ist ein faszinierender Tanz einer Maschine mit einem Stuhl, mit der unterlegten Gitarrenmusik ein märchenhaftes Stück kinetischer Kunst (am Ende des TED Videos).

Die “Maschine mit Granit” im Schweizer Science Center Technorama nach einer Idee von Arthur Ganson scheint auf den ersten Blick unmöglich. Ein Motor treibt mit 200 Umdrehungen pro Minute ein Zahnrad an, das wiederum ein Zahnrad antreibt, das wiederum … und so weiter. Es ist ein zwölfstufiges Schneckengetriebe, dessen letztes Zahnrad - und das ist die verblüffende Beobachtung -  fest im Granit verankert ist. Bei jedem Schritt zum nächsten Zahnrad über das Schneckengetriebe verringert sich die Drehzahl um das 50fache. Das zwölfte Zahnrad braucht dann für eine Umdrehung 2,3 Billionen Jahre!

Die feste Verankerung ist dennoch nur möglich, weil alle Zahnräder ein winziges, sehr winziges, Spiel haben und nicht lückenlos aneinander stossen. Die Zinken des letzten Zahnrades würden sich pro Jahr allerdings nur um wenige Pikometer (weniger als der Durchmesser eines Atoms) verschieben.

 

Maschine mit Granit nach Arthur Ganson im Technorama

Maschine mit Granit nach Arthur Ganson im Technorama

Website Arthur Ganson

Wassermagie von Gerhard Zsambok

Publiziert von admin am 22. Januar 2009

Der Österreicher Gerhard Zsambok versammelt in seinem Projekt Leophard verschiedene wasser-mechanische Skulpturen, die auf vielfältige Weise mit dem Element Wasser und seinen physikalischen und optischen Eigenschaften spielen: Vom grossen öffentlichen Brunnen über eine Wasserbildmaschine bis zu einer Wellenmaschine, die ein Rippenmuster im Sand erzeugt.

Alle Bilder von Gerhard Zsambok.

Magie des Wassers

Die “magische Welle“ im Technorama

Publiziert von admin am 4. Dezember 2008

Der kalifornische Künstler Reuben Margolin hat mit dem Swiss Science Center eines der komplexesten kinetischen Kunstwerke der Welt geschaffen. 50′000 Einzelteile der faszinierenden Mechanik erwecken die “Magic Wave” zu Leben.

Reuben Margolin, spezialisiert auf mechanische Wellenskulpturen, hat mit der “Magic Wave” sein bisher grösstes und komplexestes Werk realisiert. Durch einen genialen Antriebsmechanismus wird ein im Raum schwebendes Netz aus 450 Aluminiumrohren in einen bewegten Wellenteppich verwandelt.  

Die 256 Knotenpunkte des Netzes sind an fast unsichtbaren Drähten aufgehängt, die von der Mechanik des Antriebs auf und ab bewegt werden. Wie ein riesiger mechanischer Marionettenspieler schwebt der Antrieb über der Welle, die mit der Präzision und Eleganz ihrer Bewegung den Betrachter in ihren Bann schlägt. 

Als Exponat im Science Center spricht dieses Kunstwerk nicht nur die Sinne an, sondern erlaubt auch Einsichten in die Natur von Wellen. Der fünf mal fünf Meter grosse Wellenteppich veranschaulicht auf beeindruckende Weise drei Charakteristika einer Wellenbewegung: Wellenlänge, Wellenhöhe und Frequenz. Und zeigt darüber hinaus auch noch eindrücklich, was passiert, wenn sich mehrere Wellen überlagern. 

Die fast geräuschlose Bewegung der Aluminiumrohre fasziniert mit ihrer verblüffend natürlich wirkenden Wellensimulation.  

Nicht nur die Welle verzaubert den Betrachter, auch ihr Antrieb ist ein mechanisches Kunstwerk. Vier Kreisbewegungen werden über ein System beweglicher Stangen, Drähte und Umlenkrollen in sinusförmige Wellenbewegungen umgesetzt.  Durch Veränderungen der Drehgeschwindigkeit der vier Antriebsmotoren und die Verschiebung des Drehpunktes werden die Schwingungsweite, die Frequenz und die Wellenlänge der Magic Wave beeinflusst.  

Die vier Wellenbewegungen überlagern sich dabei und so lassen sich nahezu unendlich viele verschiedene Wellenmuster erzeugen. Grosse gleichmässige Wellen verwandeln sich in ein Oberflächenmuster, das an ein aufgewühltes Meer erinnert. 

Ein kinetisches Kunstwerk der Superlative - die Magic Wave in Zahlen: 

  • über 50′000 Einzelteile,  
  • über 3′000 Seilrollen,  
  • 450 Aluminiumrohre,  
  • 4,5 Kilometer Draht 
  • 1,8 Kilometer Alu-Profile
Interview mit Reuben Margolin:

Fast ein Perpetuum Mobile - heute ein Schweizer Staatsgeschenk

Publiziert von admin am 10. Oktober 2008

Als der britische Uhrmacher James Cox in den 1760er Jahren ein revolutionäres neues Design einer Uhr vorstellte, war er überzeugt, ein Perpetuum Mobile geschaffen und einen alten Traum der Menschheit erfüllt zu haben. Seine Uhr lief ohne irgendein Zutun eines Menschen, ohne eine sichtbare Energiequelle. Das Bild zeigt ein Exemplar dieser Uhr, die als Gewinn einer Lotterie ausgeschrieben wurde (Quelle).

Tatsächlich war diese Uhr aber kein geschlossenes System, sondern offen. Die atmosphärischen Druckunterschiede wurden von Cox geschickt in die Aufzugsbewegungen umgewandelt. Ein Quecksilber-Barometer im Innern übertrug die Luftdruckunterschiede in die mechanische Bewegung, dabei wurden pro Uhr 68 kg Quecksilber verwendet!

Heute steht die Uhr von James Cox im Victoria and Albert Museum in London. Aber der Schweizer Ingenieur Jean-Léon Reutter und der Uhrmacher Jaeger LeCoultre haben das Konzept übernommen und in den 1930er Jahren die Atmos-Reihe herausgebracht. Sie kommt ohne Quecksilber aus und nutzt lediglich die Verformung einer Druckdose, um die Uhr am Laufen zu halten. Bereits 2 Grad Temperaturunterschied genügen, um das Uhrwerk für weitere 48 Stunden aufzuziehen. Mehr über die Funktionsweise der Atmosuhr.

 

Quelle: http://www.atmosadam.com/howitworks.html

Quelle: http://www.atmosadam.com/howitworks.html

 

 

Heute wird die Atmos-Uhr als offizielles Staatsgeschenk der Schweiz an ausländische Gäste vergeben.

Wikipedia James Cox Uhr

Nagelbretter - ohne Nägel

Publiziert von admin am 4. Oktober 2008

Nagelkissen, auf denen man mit Händen und mit dem Gesicht dreidimensionale Abdrücke hinterlassen kann, gibt es schon lange und sie sind auch als kleine Versionen für den Hausgebrauch zu kaufen. In Bezug auf Funktionalität, Grösse und Handhabung hat aber eine Variante aus Kunststoff klar die Oberhand gewonnen: Neue Pinscreens erlauben beeindruckende Ganzkörperabdrücke.

 

 

Da es recht mühsam sein kann, die Tausenden von Stäben per Hand wieder zurück zu setzen,  kann man wie das Magic House in St. Louis auch noch eine Rückstellplatte anbieten, mit der man alle Stäbe schnell wieder in die Ausgangslage zurückgeschoben hat. Mit 75′000 Stiften ist dies einer der grössten Pinscreens in den USA.

Nagelbrett Magic House St. Louis

Nagelbrett Magic House St. Louis

 

Nagelbrett Magic House St. Louis

Nagelbrett Magic House St. Louis

Für die Pinscreens bietet das Children’s Discovery Museum in San Jose eine Bauanleitung an und liefert die Bestandteile. Die Standardausführung kommt mit Stiften, die auf einer Seite transparent und auf der anderen leuchtend rot sind. Interessantere Licht- und Schattenspiele und einen plastischeren Tiefeneindruck erhält man aber vermutlich eher mit grauen Stiften wie sie auch Ward Fleming benutzt.
Ward Fleming hat die Pinscreens erfunden, die erste Version entstand 1979 im Exploratorium in San Francisco, später wurden über 10 Millionen kleine Kopien davon verkauft. Er experimentiert heute auch mit leuchtenden Kunststoffstiften für grossformatige Pinscreens. Unten ein Video von Ward Fleming mit einem seiner Pinscreens.

 

Der Künstler Chor Leng Twardzik Ching treibt es noch eine Dimension weiter, indem seine Wand 2 Meter hoch ist und aus gut 3 cm dicken Stäben besteht. Die Auflösung dieser Nagelbilder ist aber weniger gut.

 

Chor Leng Twardzik Ching - Nagelbrett

Chor Leng Twardzik Ching - Nagelbrett

Kinetische Skulptur für 3D Bilder

Publiziert von admin am 1. August 2008

Die Designer von ART+COM haben bei der Gestaltung des im Juni eröffneten BMW Museums u.a. eine kinetische Skulptur für das “Haus der Gestaltung” gebaut, die mit Hilfe von 714 an hauchdünnen Fäden aufgehängten Metallkugeln dreidimensionale Bilder im Raum erzeugen kann. Durch die gezielte und aufeinander abgestimmte Auf- und Ab-Bewegung der einzelnen Kugeln, die zu Reihen in mehreren Ebenen hintereinander angeordnet sind, lassen sich Flächen und Wellen aber auch Umrisse und Hüllen, in diesem Fall meist von Automobilen, simulieren.

Ein Version mit besserer Auflösung (Quicktime, 50 MB).

 

via Frogblog (via glozzer.tv)