Unsere Biologielehrer haben uns bei der Beschreibung der Natur immer vor einer anthropomorphen Sprache gewarnt. Nicht von scheinbaren Grausamkeiten oder altruistischem Verhalten bei Tieren zu sprechen fiel aber gar nicht so leicht. Filme wie “Die lustige Welt der Tiere” waren auch viel amüsanter als die trocken-sachlichen Schulfilme und viele Märchen und Kinderbücher leben von Anthropomorphismen- der Vermenschlichung ihrer Akteure. Ausserdem haben auch Verhaltensforscher wie Konrad Lorenz und Jane Goodall zur Vermenschlichung gegriffen, wenn es um die Beschreibung von Gefühlen bei Tieren ging.

Aber manchmal geht es auch ein bisschen zu weit wie dieser Vergleich zweier inhaltlich gleicher Geschichten zeigt. Einmal in Grossbritannien von der BBC und einmal in den USA von National Geographic erzählt. Sätze wie ”The jumping spider packs a ton of skulking pouncing killing fire-power in its tiny body…How’d you like to stare into these eyes, with your life on the line? Ha! Yikes!” tönen für unsere Ohren in einem Dokumentarfilm doch eher ungewöhnlich.

Die Geschichte einer Spinne, die eine Biene fängt, erzählt von Richard Attenborough von der BBC: 

Und eine fast identische Geschichte von National Geographic für das US-Publikum erzählt:

Eine gute Analyse der Texte und des Stils findet sich in dieser Quelle

via haha.nu

2 Kommentare zu “BBC und National Geographic - zwei Dokumentationsstile”

Für die Amis muss es ja immer bisschen dramatischer sein ;-) Auch eine Möglichkeit dem Nachwuchs Wissen schmackhaft zu machen.

Ich persönlich hätte in der Schule jedenfalls den 2. Film vorgezogen, schließlich soll lernen ja Spaß machen ;) Bei uns hingegen kam es nicht selten vor, dass der eine oder andere Schüler einschlief und im Endeffekt noch weniger von einem solchen seriösen Film hatte als er von einem unterhaltsameren gehabt hätte. Und nicht nur die Erzählweise der Amis ist lustig, auch die Aufnahmen an sich erinnern eher an einen Spielfilm.

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