Cheltenham im Westen Grossbritanniens am Fusse der englischen Postkarten-Idylle der Cotswolds hat sich zu der britischen Festival-Stadt entwickelt. Neben den Musik- und Literaturfestivals hat sich seit seit 2002 auch das Science Festival hinzugesellt und ist bereits heute eines der grössten und angesehensten Festivals dieser Art.
Dieses Jahr besuchten mehr als 19′000 Besucher zwischen dem 4. und 8. Juni die über 120 Veranstaltungen in der Town Hall und in den Zelten auf dem Millenium Square. Die Namen der Redner und Präsentatoren lasen sich wie das Who is Who der britischen Wissenschaftsszene und der BBC Dokumentationen. Nur eine Auswahl:
- Richard Dawkins (Evolutionsbiologe, Autor von “The Selfish Gene”, “The Blind Watchmaker”, “The God Delusion”)
- Robert Winston (Fortpflanzungsmediziner, Buchautur und BBC Präsentator von zahlreichen Dokumentationen über die Biologie des Menschen)
- Ben Goldacre (Mediziner und Autor der “The Guardian” Kolumne Bad Science)
- Martin Rees (Astrophysiker, Präsident der Royal Society)
- Steven Pinker (Psychologe, Autor von “The Language Instinct”, “How the Mind Works”, “The Stuff of Thought”)
Die Veranstaltungen waren eine gelungene Mischung aus Vortrag und Diskussion mit dem Publikum, das Gelegenheit erhielt, seine Fragen an die Wissenschafter zu richten. Besonders bei persönlicher Betroffenheit, wenn es um Krankheiten, Vererbung oder Erziehung ging, wurde von dieser Möglichkeit rege Gebrauch gemacht. Die Moderatoren haben grossartige Arbeit geleistet bei der Leitung der Diskussionen. Nach den Vorträgen standen die meisten Redner auch ausserhalb des Saals noch für Fragen zur Verfügugung.
Die Vorträge haben nicht nur den wissenschaftlichen Mainstream wieder gegeben, sondern auch Raum gelassen für kontroverse Themen.
Im “Experitent” wurde Experimente und Präsentationen mit Versuchen durchgeführt, auf dem Freigelände gab es zahlreiche Veranstaltungen für Kinder und Familien und ein auf dem Festivalgelände aufgebauter Buchladen füllte die Regale mit beeindruckend langen Reihen von Büchern der am Festival teilnehmenden Autoren.
Das Science Festival war 2007 auch Austragungsort des FameLab Finales, dem Studenten-Wettbewerb um den besten Wissenschafts-Vermittler. Und in der Haupthalle der Town Hall luden zahlreiche Stände verschiedenster Organisationen mit Experimenten aller Art zum eigenen Erforschen und Ausprobieren.
Undeniably and undoubtedly the best science festival in this country, and one that only gets better
Lord Robert Winston
Die beiden Festivaldirektoren Kathy Sykes (Professorin für Public Engagement in Science and Engineering an der Universität Bristol) und Mark Lythgoe (Direktor des Centre for Advanced Biomedical Imaging am University College London) und ihr Team haben ein beeindruckendes Wissenschaftsfestival erfolgreich auf die Beine gestellt. Es war faszinierend zu sehen, wie begeistert die Besucher von diesem Angebot Gebrauch machten, obwohl sie für jede einzelne Veranstaltung zwischen 4 und 8 £ Eintritt zahlen mussten.
Die auf 70 mm-Film aufgenommenen Aufnahmen bieten ein Filmerlebnis mit unerreichter Auflösung und Bildqualität und die schiere Grösse der Leinwand, die mehr zeigt, als das Blickfeld eines Menschen erfassen könnte, machen aus dem Kino-Besuch ein aussergewöhnliches Erlebnis - das ist IMAX Kino.
