Im Jahr 2000 wurde ein Teil des alten Hafenviertels in Bristol mit grossem Aufwand zum Erlebnis-Reiseziel “At-Bristol” umgebaut. Zu At-Bristol gehörte ursprünglich ein Ensemble von drei Einrichtungen: Das Science Center Explore, ein IMAX Kino und der Wildwalk, ein Erlebnislehrpfad durch eine Dschungellandschaft. Nach wenigen Jahren musste der Betrieb von Kino und Wildwalk 2007 wegen fehlender Finanzierung eingestellt werden. Jährlich hätten 1.5 Millionen Pfund durch Spendenaktionen zum Betrienb beschafft werden müssen. Das IMAX und Wildwalk Gebäude steht heute leer, die vertrockneten Pflanzen sind noch in der Halle zu sehen. 2009 soll es von einem anderen Investor zu einem Aquarium umgebaut werden.
Das Science Center Explore-At-Bristol ist glücklicherweise noch in Betrieb. Der Platz des Millenium Squares mit seinem beigefarbenen Stein, den Licht- und Wasserspielen und der markanten spiegelnden Planetariumskuppel legt sich wie eine Bühne vor das Gebäude des Science Centers, das in einer ehemaligen Eisenbahn-Lagerhalle untergebracht ist.

Die Ausstellung behandelt eine Fülle von Themen, die neben der Mechanik, der Akustik, dem Magnetismus und der Sinnesphysiologie auch das Gehirn, Liebe und Sexualität, Gesundheit und Biodiversität umfassen. Die Biodiversitätsausstellung ist allerdings im Grunde nur eine Reihe von Bild- und Texttafeln, die etwas bezugslos im Raum zwischen den Exponaten verteilt wurden (vermutlich ein Überbleibsel aus dem Wildwalk?). Das Thema Liebe und Sexualität wird ebenfalls hauptsächlich über Texttafeln und interaktive Bildschirme behandelt, auf denen sich verschiedene Interviewszenen abrufen lassen. Einzig das Modell der schwangeren Frau ist eine Art interaktives Exponat, da man bei leichtem Druck auf ihren Bauch eine unregelmässig geformte rotierende Scheibe spürt. Im Fernsehstudio können Besucher selber zum Nachrichtensprecher, Kameramann oder Toningenieur werden und sogar den Text des Teleprompters vorgeben.
Im Vorraum zum Planetarium begegnet man unter dem Roboterarm des Space Shuttles einer Galerie von Technologien, die wird der Weltraumforschung zu verdanken haben. Im Planetarium, das einen Kuppel-Durchmesser von schätzungsweise 8-10 Metern hat, wirft ein kleiner Projektor mit leider flackerndem Licht unscharfe Sterne an die Wand. Der hervorragende Vortrag und der Vortragsstil der jungen Präsentatorin macht dieses Manko aber wieder wett.
Explore-At-Bristol entwickelt auch eigene Sonderausstellungen, darunter die “Inside DNA” Ausstellung, die einen vielfältigen Blick auf die Themen Vererbung, DNA, Forensik und Diagnostik wirft, und die “Love Sport” Ausstellung, die die Besucher zum aktiven Mitmachen anregt, sei es beim Sprint auf unterschiedlichen Bodenmaterialien, dem Basketball-Korbwerfen, dem Reaktionstest-Spiel, dem Fitnessradfahren vor einem Grossbildschirm mit simulierter Strecke, oder bei den Fitnessübungen mit dem digitalen Trainer, der nur aus Knochen und Muskeln besteht.
Die Exponate der Dauerausstellung sind, anders als die der Sonderausstellungen, recht unterschiedlich gebaut, aus Metall, Kunststoff oder Holz. Eine eigene Handschrift erkennt man noch nicht, da wohl vieles in Auftrag gegeben oder gekauft wurde.
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Seit 2005 wird das Explore-At-Bristol, von Goéry Delacôte geleitet, einem französischen Wissenschafter, der zuvor 15 Jahre Direktor des Exploratoriums in San Francisco war. Neben den Ausstellungen und tragbaren Wanderausstellungen für Schulen leistet das Science Center in Bristol als einziges in Grossbritannien mit dem Science Learning Center auch einen Beitrag zur Ausbildung von Lehrern. Dabei arbeitet es eng mit den Universitäten in Bristol und Plymouth zusammen.
Auf relativ kleinem Raum bietet sich dem Besucher ein grosses Sammelsurium verschiedenster Themen, die den Besuch zu einem kurzweiligen, abwechslungsreichen Erlebnis machen. Manch interessantes Phänomen, das man gerne näher kennen gelernt hätte, wird allerdings nur gestreift. Einige Exponate, vor allem jene mit Bildschirm, dienen nicht in erster Linie der Veranschaulichung eines Phänomens, sondern laden die Besucher ein, an der gesellschaftlichen Diskussion über den Einsatz von Technologie und Wissenschaft teilzunehmen. Dies wird besonders bei der “Inside DNA” Sonderausstellung deutlich.
Wer gerade in der Nähe von Bristol ist und mit der Bahn anreisen möchte, sollte beim Bahnhof nach dem Kombinationsticket inklusive Eintritt ins Science Center und Bustransfer in Bristol fragen. Aus dem gut 70 Kilometer entfernten Cheltenham kostet das Kombiticket nur 13 £!

geniale vostellung allerdings fehlen mir (persönlich)ein wenig die technischen, geschichtlichen einträge. ich hoffe es ist o.k. wenn ich trotzdem von dieser seite die informationen für meinen englisch vortrag “benutze”
wenn nein : pech gehabt und epic fail
Kommentar von l.s am 26. April 2012