Das dem französischen Philosophen und Naturwissenschaftler René Descartes zugeschriebene Spielzeug zur Veranschaulichung von Druck und Auftrieb kennen die meisten nur in der einfachen Variante für den Hausgebrauch.
Das Prinzip ist immer da gleiche: Ein kleines Gefäss, das mit Luft gefüllt ist und entweder eine elastische Hülle besitzt oder nach unten geöffnet und zu einem Teil mit Wasser, zum anderen mit Luft gefüllt ist, schwebt innerhalb eines anderen mit Wasser gefüllten Gefässes, meistens einer PET Flasche. In diesem lässt sich Druck auf das Wasser ausüben, z.B. über eine elastische Gummimembran, die man über den Schraubverschluss spannt. Das Wasser, selbst nicht komprimierbar, erhöht den Druck auf die Luftblase in dem kleinen Gefäss. Die Luft wird komprimiert, dabei reduziert sich ihr Volumen und damit der Auftrieb in dem kleinen Gefäss, das zu Boden sinkt.
Wenn man den Druck langsam reguliert, kann man den Taucher auf und ab tauchen oder ihn in der Mitte schweben lassen. Die “kleinen Gefässe” im Hausversuch können Pipetten, Kügelchen aus Alumiumfolie, Apfelsinenschalen, Brotstücke, Tintenpatronen, Ketchup- oder Senf-Plastikpäckchen sein.
Einige Science Center haben diesen Versuch zu einem grossen Exponat in ihrer Dauerausstellung gemacht. Schauen wir uns zwei Beispiele näher an.
Der kartesische Taucher im Explore-at-Bristol schwimmt im Wasser eines zwei Meter langen Glaszylinders, der auf einem soliden Sockel aus Metall steht. Der Taucher ist ein gut 30 cm hoher Plastikzylinder und die Druckveränderung erfolgt über Druck auf einen transparenten Plastikschlauch, der einer sehr stabilen PET-Flasche nicht unähnlich ist. Im Wasser haben sich leider schon Algen gebildet und wenn der Taucher am Boden aufschlägt, wirbelt er Algenfetzen in die Wassersäule.


Der kartesische Taucher im Techniquest Cardiff nutzt ebenfalls einen zwei Meter hohen aber weniger weiten Glaszylinder, der auf dem Sockel aus Plastik steht. Mit Druck auf den grossen roten Knopf wird der Druck in dem Zylinder erhöht. Der Taucher ist ein flaches Umriss-Modell eines Fisches mit Aluminiumfolienzylinder als deformierbaren Auftriebskörper.


Kombinieren wir die Vorteile beider Modelle:
- Der mit Wasser gefüllte Plastikschlauch zur Druckveränderung im Exponat in Bristol macht deutlich, dass das Wasser der Wassersäule mit diesem Plastikschlauch in Verbindung steht. Der rote Knopf im Techniquest Exponat lässt diese Verbindung und direkte Einflussnahme nicht so leicht erkennen.
- Das Techniquest nennt das Exponat explizit nicht “Kartesischer Taucher”, sondern “Schwimmblase”. Das Fischmodell mit Schwimmblase als Taucher lässt den Besucher die Anwendung des Prinzips in Natur und Technik (U-Boote) sofort erahnen. Die Deformation der Aluminiumfolie kann man zudem sehr gut beobachten.
Die Techniquest-Umsetzung des Kartesischen Tauchers, insbesondere des Tauchergefässes selbst, ist hervorragend gelungen, da es nicht nur den Wirkmechanismus sichtbar macht, sondern auch die Umsetzung in der Natur visualisiert.
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