Archiv für Mai 2008

When I get older … Alterssimulation

Publiziert von admin am 30. Mai 2008

Die verschiedenen Altersstufen der Menschen halten einander für verschiedene Rassen. Alte haben gewöhnlich vergessen, dass sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, dass sie alt sind, und Junge begreifen nie, dass sie alt werden können.

Kurt Tucholsky

Um zumindest den Jungen einen Eindruck vom Altwerden zu vermitteln, rüsteten die Universität Bremen und die Arbeiterwohlfahrt Bremerhaven die jungen Besucher des Ideenparks 2008 mit allerlei Simulationsmitteln wie Bandagen, Bleiwesten und Bleiarmbändern, Halskrausen, Sichtschutzblenden, Lärmschützern und Handschuhen aus. So auf eine Zeitreise geschickt, wurden die Altersgebrechen auch für junge Menschen erfahrbar und das Verständnis für die Probleme des Alltags alter Menschen grösser. Gleichzeitig wurden Hilfsmittel gezeigt, mit denen man den Alltag vereinfachen kann.

 

 

Video vom Stand ” Wie ist es, wenn man älter wird?”

Samsung Werbespot mit 10 optischen Illusionen

Publiziert von admin am 30. Mai 2008

Als viraler Werbespot eingesetzt versammelt Samsung in diesem Video 10 optische Illusionen. Dem Science Center Besucher sind viele schon bekannt. Bemerkenswert ist die grosse von einem Fahrrad angetriebene Installation einer Stier-Animation, die den SmartMove oder Scanimation Produkten von EyeThink ähnelt, aber in dieser Grösse neu ist.

 

(via frogblog - via engadget)

Der Roboter hält den Kasten sauber

Publiziert von admin am 27. Mai 2008

Wenn Ingenieure und Techniker in der Fussballnation Deutschland heute nach einem Projekt suchen, mit dem sich ihre tägliche Arbeit von Automatisierungs- und Robotertechnik über schnelle Daten- und Bildverarbeitung zur Softwareentwicklung publikumswirksam präsentieren lässt, ist es nicht verwunderlich, wenn dabei ein Oliver-Kahn-Roboter herauskommt. Zur Zeit touren gleich zwei Torwart-Roboter durch Deutschland und heizen den Ehrgeiz von Amateur- und Profifussballern an, im Wettstreit Mensch-Maschine die Ehre unserer Spezies zu retten - oft vergeblich.

Bereits im letzten Jahr stellte das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML ihren Robokeeper vor, der in einem verkleinerten Tor in der Mitte an einer Antriebseinheit mit Getriebe fixiert ist, die ihm eine 180 Grad Drehbewegung erlaubt.

Beim Ideenpark 2008 in Stuttgart stellte das Institut für Automatisierungs- und Softwaretechnik nun erstmals ihr Projekt GOALIAS vor, bei dem der Torwartroboter die ganze Torbreite von 7,32 m abdecken muss. Nach dem Abschuss bleiben dem System nur 400 ms, um die mit dem GOALIAS Torwart bedruckte Platte auf den beiden Führungsschienen korrekt zu positionieren. Damit dies gelingt, braucht es:

  • eine Hochgeschwindigkeitskamera mit einer Auflösung von 782 x 582 Pixeln,
  • eine Bildaufnahmefrequenz von 55 Frames pro Sekunde,
  • drei Kameras, aus deren Bildern die Position des Balles im Raum berechnet wird,
  • einen leistungsstarker Motor, der GOALIAS mit achtfacher Erdbeschleunigung auf 55 km/h Spitzengeschwindigkeit bringt,
  • einen Vorhang von Lichtschranken, der das Gerät stoppt, wenn sich etwas nähert, das grösser ist als ein Fussball,
  • und eine Torwart-Figur, die auch Treffer von über 100 km/h schnellen Bällen ohne Blessuren übersteht.

Bisher hält GOALIAS über 90% der Bälle. Zum Vergleich: Ein normales PC-Schachprogramm schlägt 99,9% der Weltbevölkerung mühelos. Doch hoffen wir, dass die Entwickler ihre mechanischen Torhüter nicht zu sehr perfektionieren, denn ohne die Möglichkeit eines Siegs wird der Wettkampf gegen die Maschine schnell ihren Reiz verlieren.

Impressionen vom ersten grossen Einsatz von GOALIAS im Ideenpark 2008 in Stuttgart.

P.S.: An der ETH Zürich arbeiten Studenten an der Ballschussmaschine “Bender”, die die Bälle nicht nur ins Tor feuert, sondern ihnen auch noch einen Drall und damit eine gebogene Flugbahn verleiht. Vielleicht wird es bald ein Fussball-Wettkampf der Roboter geben? Erste Impressionen des “Bend it” Projekts hat es auf der ETH Seite.

Imaginary 2008 - Mathematik als Blickfang

Publiziert von admin am 26. Mai 2008

In Deutschland hat das BMFT das diesjährige Wissenschaftsjahr der Mathematik gewidmet und das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach (MFO) steuert eine Wanderausstellung bei, die abstrakte Mathematik in interaktive Kunst verwandelt und dem Besucher einen ästhetischen und spielerischen Zugang zur Welt der Zahlen verschafft. Zu sehen war die Ausstellung auch auf dem Ideenpark in Stuttgart. 

Lösungsmenge ZitrusKern der Ausstellung Imaginary 2008 sind die Bilder von algebraischen Flächen, die die Visualisierung der Lösungsmengen polynomialer Gleichungen darstellen – normalerweise hätte man nach dieser Einführung die meisten Zuschauer bereits verloren, wären da nicht die beeindruckenden farbigen Bilder dieser Lösungsmengen, denen man mit Hilfe von 3D Rendering Software Farbe und räumliche Tiefe verliehen hat. Die Ausstellungsmacher haben den Bildern passende Namen verliehen. So erhielt die gelb-grün eingefärbte Lösungsmenge der Gleichung x^2+z^2=y^3(1-y)^3 den passenden Namen “Zitrus”.

Die Besucher können solche algebraischen Flächen auch gleich selbst an einer interaktiven Tafel kreieren. Die Projektion erfolgt über einen Projektor, der über einer berührungsempfindlichen Tafel befestigt ist (Smart Board von Smart Technologies). Auf der Tafel können die Formeln mit einem einfachen Tipp mit dem Finger zusammengestellt oder verändert werden und die dreidimensionalen Lösungsmengen lassen sich im Raum drehen oder heranzoomen. Der angeschlossene Drucker erlaubt dem Besucher dann, seine persönliche Gleichung und das Bild dazu als Erinnerung auszudrucken. In einer Vitrine werden die von einem 3D Drucker angefertigten Modelle dieser Visualisierungen ausgestellt.

Die eigens für diese Darstellung entwickelte Software “Surfer” steht auf der Homepage des Projekts kostenlos zum Download zur Verfügung. Das Magazin “Spektrum der Wissenschaft” hat einen Wettbewerb um die schönsten Kreationen mit “Surfer” ausgeschrieben. Die Galerie enthält einige hundert Kreationen.

Eine weitere interaktive Tafel erlaubt das intuitive Zeichnen von symmetrischen Mustern, bei der die Striche unmittelbar in anderen Bereichen der Tafel vervielfacht und entsprechend der verschiedenen verwendeten Drehzentren und Spiegelachsen anders angeordnet werden. Mit nur wenigen Strichen entstehen so komplexe symmetrische Gemälde, was vor allem die jungen “Künstler” erstaunt.  

Schliesslich kann man mathematische Objekte mit Hilfe eines Space Navigators in einem dreidimensionalen fiktiven Raum erkunden.

Alle verwendeten Programme stehen auf der Homepage zur Verfügung oder laufen als Web Applikation und verleiten zu langem staunenden Spielen.

Imaginary 2008

 

Das Lebende Buch

Publiziert von admin am 23. Mai 2008

Bei aller Faszination für die Möglichkeiten der digitalen, interaktiven Bildprojektion ist das Blättern in einem gebundenen Buch noch immer eine unerreichte sinnliche Erfahrung. Ein haptisches Erlebnis, das uns nicht nur ein Gefühl für die “Dicke” eines Buches und die Lage seiner Kapitel vermittelt, sondern durch die Qualität und Verarbeitung seiner Materialien auch etwas über den ihm beigemessenen Wert aussagt. Solche Erfahrungen sind bei den bisherigen E-Book Readern oder E-Paper Projekten nicht möglich. 

Eine verblüffende Kombination von Buch und digitaler Projektion hat die Agentur Liquid mit dem “Lebenden  Buch” realisiert. Während des Ideenparks 2008 in Stuttgart projizierte der Industriekonzern Voith mit dieser Technik Bilder und Filme auf die Seiten eines Buches, das die Geschichte und die Produkte der Firma vorstellt . Dabei werden nicht einfach nur weisse Seiten als Projektionsfläche missbraucht, sondern jede Seite enthält bereits Bilder oder Texte, die durch die multimedialen Inhalte nahtlos ergänzt werden. 

Ein kleiner CP Code Tag in der oberen rechten Ecke der Seiten wird von einem Scanner eingelesen und steuert den Projektor, der sich hoch über Buch und Leser befindet. Die Interaktion mit dem realen Buch, dessen Bilder sich bewegen und aus dem heraus Menschen zu einem sprechen, ist verblüffend und erscheint “magischer” als manche digitale Spielerei, die sich nur auf ihren “kalten” Projektionsflächen/-geräten abspielt. Durch die Notwendigkeit, Buch und Projektor in eine fixe Position zu zwingen, ist dies allerdings kein Modell für den Hausgebrauch, geschweige denn für das gemütliche Schmökern.

Aber solange E-Paper nicht einen vergleichbaren Eindruck zu erzeugen vermag, vermittelt das Living Book eine Ahnung davon, wie das Buch der Zukunft aussehen könnte. Wäre da nicht das Problem mit dem Blättern … denn mehrere flexible E-Paper Bildschirme übereinander zu legen, wäre technisch unsinnig und finanziell unbezahlbar.

Website

Video: Voith Firmenportrait mit dem “Lebenden Buch”